Jackie

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Jackie habe ich mit rd. zweieinhalb Jahren aus schlechter haltung übernommen. Aufgrund ihrer Mißhandlung galt sie zunächst als „nicht vermittelbar“; sie ließ sich insbesondere nicht anfassen und war angstaggressiv, d.h. suchte immer die weiteste Distanz zum Manschen, schreckte bei jeder Bewegung zurück, hatte Angst vor allem (Hände, Füße, Stöcke etc.), knurrte und schnappte. Die Hündin war überhaupt nicht gewöhnt mit ihrem Menschen einen /gemeinsamen/ Spaziergang zu machen. Dies hatte leider zur Folge, dass sie zunehmend ihren jagdlichen Aktivitäten nachging. Zunächste hieß dies insbesondere in den Büschen stöbern und später – je selbstbewusster sie wurde – auch mal für 40 Minuten zu verschwinden oder im Taunus einem Reh hinterherzujagen. In folge trat das initiale Problem „Angst vor Menschen / Angstaggression“ nach rund eineinhalb Jahren bei mir zunehmend in den Hintergrund, weil sie hier Fortschritte machte; das Jagd-Problem wurde aber immer schlimmer…

Die Hündin ist dann ein Dreivierteljahr nur an der Schleppleine gelaufen. Jackie hat in dieser Zeit gelernt, dass sie nicht in die Büsche darf, im Wlad auf dem Weg bleiben muss, es sich lohnt auf das Frauchen zu achten u.s.w. Aber wenn sie etwas Jagdbares gesehen hat, wollte sie nach wie vor hinterher und hat es auch einmal – trotz Schleppleine – geschafft. Es wurde immer deutlicher, dass wir – mit Motivation & Leckerli – bei diesem Problem ab einer gewissen Stelle nicht mehr weiterkamen und es auch darum ging, klarere Grenzen zu setzen. Zunehmend kam es mir komisch vor, zu jedem Spaziergang eine ganze Ausrüstung (Bällchen, anderes Spielzeug, Leckerli, Schleppleine, Pfeife) mitzunehmen, wo doch vielmehr auch persönliche Authorität gefragt schien udn die Fähigkeit, Kommandos auch „durchholen“ zu können.

Vor diesem Hintergrund haben wir zu Frau Mundt Kontakt aufgenommen. Es vergingen aber noch einige Monate bis wir das Training begonnen haben. Aufgrund der Vorgeschichte von Jackie hatte ich Befürchtungen, dass sie wieder ängstlicher wird wenn ich strenger zu ihr bin. Um es kurz zu machen: Diese Befürchtung war absolut umsonst. Es war für Jackie und mich zwar eine (manchmal schwierige) Umstellung; am Ende des Tages sind wir beide aber viel entspannter. Es hat sich absolut gelohnt und ist wirklich toll nach fast einem Jahr Schleppleine entspannt ohne Leine mit ihr Abends in der Dämmerung an 10 Kaninchen auf dem Feld vorbeizugehen und sie bleibt dicht hinter mir. Ich kann es selbst kaum glauben!!

Resultat des Trainings:

  • Spazierengehen macht uns viel mehr Spaß weil wir beide viel lockerer und entspannter sind
  • Der Hund hört wirklich auf’s Wort
  • Der Hund hat dadurch viel mehr Freiheiten
  • Meine Beziehung zu Jackie ist noch enger geworden weil sie mich jetzt mehr als Führungsperson (neben der Rolle als „Spielkumpel“ und „Futternapf“) wahrnimmt

Außerdem haben wir bei Frau Mundt mit Agility angefangen und auch hier zeigt Jackie, dass sie wesentlich mehr kann als ich ihr zugetraut hätte… Ich hätte nie gedacht, dass sich so schnell so viel ändern lässt!!
Der einzige Fehler von uns war, dass wir das Training bei Frau Mundt nicht schon viel früher angefangen haben…

Mittlerweile haben wir auch die Familienbegleithundeprüfung im Verband Hessischer Hundeschulen bestanden und trainieren weiter für höhere Aufgaben…

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