Becky

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Im Mai 2007 mussten wir unsere Husky-Mix Hündin einschläfern lassen. Bei einem Besuch im Tierheim entdeckten wir die kleine Mischlingshündin Becky. Sie saß zusammengesunken am Rande ihres Zwingers und zuckte ununterbrochen mit ihrem Maul und den Vorderpfoten. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass Becky eine Straßenhündin war (geschätztes Alter 9 Monate bis maximal 1 Jahr), die erst 4 Wochen im Tierheim saß. Das Zucken ist auf eine Staupe-Erkrankung im Welpenalter zurückzuführen (nervöser Staupetick).

Die Kleine, noch immer halb verhungert, tat uns so Leid, dass wir gleich einen Gassi-Geh Termin vereinbarten. Am nächsten Tag empfing und eine kleine liebe Hündin, die auch gleich bereitwillig mit uns spazieren ging. Aber bevor die Entscheidung für die Übernahme fallen konnte, mussten wir natürlich Becky noch unserer Hündin Laika (Wolfsspitzmix) vorstellen. Schließlich hatte Laika ja auch ein Mitspracherecht! Die zwei verstanden sich und wir übernahmen Becky.

Was keiner zu diesem Zeitpunkt wusste, Becky war trächtig und zwei Wochen später kamen bei uns 5 süße Weplen zur Welt. Mit diesem Tag änderte sich schlagartig Becky’s Verhalten. Uns gegenüber war sie nach wie vor freundlich und anhänglich, aber fremde Personen durften nur unter großem Protest die Wohnung betreten. Auch bei Spaziergängen reagierte Becky nicht mehr gelassen und freundlich auf Hunde sondern ging voll auf Angriff. Wir schoben dieses Verhalten auf die Welpen und hofften, dass es sich später wieder legen würde.

Aber auch nach der Vermittlung der Welpen verschwand die Aggression nicht. Fast allen Hunden begegnete Becky nun feindselig und ihr übergroßes Territorialverhalten wurde auf das gesamte Grundstück ausgedehnt. Sobald es bei uns klingelte, brach Becky in Bellen und Knurren aus. Wenn ein Besucher das Grundstück betrat, ging sie gegen ihn. Ebenso in unserer Wohnung. Das steigerte sich so weit, dass Familienfeiern puren Stress für uns und für den Hund bedeuteten.

Wir waren ja eigentlich keine hundeanfänger und versuchten mit allen uns bekannten Tricks Becky zu erziehen, aber nach einigen Monaten waren wir mit unserem Latein und unseren Nerven am Ende. Wir entschlossen uns professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bei unserer Tierärztin hatten wir schon den Namen Michaela Mundt gehört, wenn es um Problemverhalten bei Hunden ging. Vom Anruf bis zum Beratungsgespräch vergingen nur wenige Tage. Schon nach der ersten Einzelstunde und den von Michaela Mundt angeregten Veränderungen in unserem Zuhause, änderte sich Beckys Verhalten schlagartig. Wenn es nun an der Tür läutete, erklang nur noch ein Wuff und sie legte sich in ihre neue Hundebox. Die nächsten 3 Einzelstunden führten dazu, dass Becky die Befehle Platz, Sitz, Fuß und Bleib nicht nur kannte, sondern auch ausführte. Jetzt konnten wir am Gruppentraining teilnehmen, bei dem es keine Probleme mehr mit ihren Artgenossen gab.

Durch die Erziehung hat sich Becky innerhalb von 5 Monaten zu einem friedlichen Hund entwickelt, der gerne mit anderen hunden spielt und bis auf wenige Ausnahmen kaum noch bellt. Wenn es bei uns klingelt, geht sie mittlerweile fast ohne einen Laut in ihre Box und wartet dort geduldig ab bis sie den Besuch begrüßen darf.

Für uns ist Hundesport mittlerweile zum Hobby geworden. Becky hat inzwischen, trotz ihrer Beeinträchtigung durch die Staupe, die Familienbegleithundeprüfung mit „sehr gut“ bestanden und wir gehen regelmäßig zum Agility-Training.
Dank der Hilfe von Michaela kommt Besuch nun wieder gerne zu uns und auch das Spazierengehen mit den Hunden macht endlich wieder Spaß.

Irina und Dieter Querfurth mit Laika und Becky